Freitag, 1. November 2013

Les Gorges de la Combe Grède: Zur Schlucht zwischen Chasseral und Villeret

Aus der geplanten Jura-Höhenwanderung vom Chasseral zum Chaumont ist heute Freitag eine Schluchtwanderung zwischen dem Chasseral und Villeret geworden. Nebel, Wolken und Wind haben mich oben auf dem Chasseral veranlasst, der windgeschützen Combe-Grède-Schlucht den Vorzug zu geben. Zu Beginn, beim Aufstieg von Nods zum Chasseral, hat mich Priska begleitet. 

ROUTE:
Nods (885m) - Nods Pierre Grise (940m) -
Chasseral Hôtel (1548m) -
Pré aux Auges (1277m) -
Les  Gorges de la Combe Grède -
Combe Grède (911m) -
Villeret (740m / 760m)   

Weitere Bilder im Picasa-Webalbum:
    


Route auf swisstopo mit map.schweizmobil.ch

Streckenlänge ca. 13 km; 700 m aufwärts, 800 m abwärts.


Um 08:30 Uhr erreichen wir mit dem Postauto von Le Landeron her das Dorf Nods. 
Es liegt am Südhang des Chasseral im Berner Jura.  
Um 10 Uhr kommen wir beim Hotel auf dem Chasseral an 
und gegen 12:30 werde ich das Dorf Villeret im Vallon de St-Imier,
unterhalb der Combe-Grède-Schlucht, erreichen.

Durch die eigentümliche Form seines Sendeturms 
ist der Chasseral von weit her zu erkennen 
und von den übrigen Jura-Hügelzügen gut zu unterscheiden.
Der 600-Meter-Aufstieg (bis "Chasseral Hôtel") kann beginnen.

Nods Pierre Grise, 940 m
"Chasseral Signal", der höchste Punkt auf 1606 m mit dem Sendeturm,
liegt rund 60 Meter über "Chasseral Hôtel". 
Und der Passübergang "Col du Chasseral" befindet sich auf einer Höhe von 1502 m 
rund zweieinhalb Kilometer südwestlich vom Chasseral-Gipfel.

Die Sonne macht sich heute rar. 
Die Nebeldecke über dem Mittelland liegt zwar unter uns 
aber der Himmel darüber ist von dichtem Schleiergewölk überzogen,
welches die Sonne höchstens milchig durchscheinen lässt.

Bis kurz vor dem Grat führt der Aufstiegsweg durch Wald.







Trotz frischer Temperatur und fehlender Sonnenwärme 
kommt man wacker ins Schwitzen.

Rechts neben dem linken Baumwipfel
ist in der Ferne ganz schwach die Alpenkette zu erkennen.

Gewöhnt an rauhes Klima und häufige Sturmwinde.

Im Gegensatz zum Baum lässt sich der Chasseral-Sendeturm seinen "Überlebenskampf" gegen Wind und Wetter nicht anmerken.

Blick nach Südwesten, wohin die Wanderung urspünglich geplant war
(nämlich bis zum Chaumont, dem Hausberg von Neuenburg).

Ein unangenehm frischer und kräftiger Südwestwind 
bläst uns auf dem Chasseral entgegen. 
Im Bild: Hotel Chasseral

Ankunft beim Hotel Chasseral
(Der Chasseral ist nur zwischen Ende April und Ende Oktober mit dem Postauto erreichbar.)

Chasseral Hôtel, 1548 m

Auf den Abstecher zum Sendeturm neben "Chasseral Signal" verzichten wir. 
Vor zwei Jahren sind wir dort vorbeigekommen.
Siehe FF-Blog:  
22.10.11 / Jurahöhenwanderung: Les Prés-d'Orvin - Chasseral - Nods

Ich beschliesse, durch diese Schlucht, die "Combe Grède", 
nach Villeret im Vallon de St-Imier abzusteigen. 
Gegenüberliegend .....

..... sind Windturbinen des Windparks Mont Crosin zu erkennen.
Eigenartigerweise stehen sie, trotz kräftigem Wind, momentan still.

Blick nach Westen


 Parc Jurassien de la Combe-Grède 
Der 12 km2 grosse „Parc jurassien de la Combe-Grède“ wurde 1932 als eines der ersten Naturschutzgebiete im Kanton Bern zum Schutz der alpinen Flora errichtet. 1982 konnte das Naturschutzinspektorat das eigentliche Kernstück, die Combe-Grède, mit finanzieller Unterstützung von Bund sowie von Pro Natura und anderen privaten Organisationen erwerben. Dieser von Felsen eingerahmte, bewaldete Talkessel wurde anschliessend als Naturwaldreservat ausgeschieden. Pro Natura wurde mit den Pflegearbeiten betraut. 
Quelle: http://www.pronatura-be.ch/combe-grede



Ich schlage den Weg Richtung Combe Grède - Villeret ein.

Der Zugangsweg zur Combe-Grède-Schlucht.

Der Chasseral-Sendeturm tritt hier eher als Leuchtturm in Erscheinung. 
Er verschwindet langsam aus dem Blickfeld.

Auch auf der Nordseite des Chasseral .....

..... begegnet man urtümlichen Baumgestalten.
Der Wanderweg durch die Combe Grède 
wurde im Jahr 2000 durch den Verein der Berner Wanderwege 
mit einem "Goldenen Wegweiser" ausgezeichnet. 
Zuvor wurde der Schluchtweg saniert 
und mit Stahlseilen und Geländer gesichert.


Die Steilpassage durch die Schlucht, 
über Holzschwellen, Steinstufen und drei Metallleitern, beginnt.









Der Weg durch die Schlucht wurde ab 1904 durch Einwohner von Villeret 
mit Unterstützung von SAC-Mitgliedern erstellt.

Blick zum Ausgang der Schlucht bei St-Imier / Villeret.


Was wie Mauerwerk aussieht ......

...... ist horizontal geschichteter Fels
An der gegenüberliegenden Felswand bemerke ich Steinschlag 
und entdecke bald die Verursacher, nämlich .....

...... zwei Gämsen, die nach oben unterwegs sind.

Wilde Tiere .....
 ...... in "wilder" Gegend.



Die oberste der drei Leitern ist eher eine Treppe.



Blick nach oben

Die Leiter mit seitlichem Geländer ist bequem 
und wie eine Treppe im "Vorwärtsgang" begehbar.

Gleich anschliessend 
folgt eine kürzere aber steilere Leiter .....
..... und etwas später 
ist noch die dritte Leiter an der Reihe.


Wer die Gefahren der Schlucht heil überstanden hat, 
kann nun wählen zwischen Umarmung ....

....... und Aufspiessung.

Combe-Grède, 911m 
(Die obere steile Schluchthälfte kann via L'Ilsach auch umgangen werden.)



Im unteren Schluchtteil wird der Weg flach und führt teils über Stege.









Ergänzung: 
Und Steinschlaggefahr, ausgelöst durch Gämsen!


Der untere Zugang zur Combe-Grède-Schlucht bei Villeret.

Windturbine auf Mont Crosin, trotz Wind weiterhin im Stillstand.

Blick zurück und schluchtaufwärts.

Ankunft in Villeret



Villeret, 760m





Auch Villeret liegt wie Nods (noch) im Berner Jura.

Per 24. November 2013 wird im Berner Jura und im Kanton Jura abgestimmt,
ob der Berner Jura beim Kanton Bern bleiben 
oder mit dem jetzigen Kanton Jura einen neuen Kanton bilden soll. 
Dabei kann jede Gemeinde im Nachgang nochmals einzeln abstimmen 
mit dem potentiellen Resultat von Enklaven und einer Aufteilung des Verwaltungskreises.
 Quelle Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Verwaltungskreis_Berner_Jura


Weitere Infos:
- wandersite.ch: Combe Grède - Schluchtwanderung auf den Chasseral 
- wanderland.ch: Chemin de la Combe Grède  
- baumwanderungen.ch: Mächtige Bergahorne und eine tiefe Schlucht 

Kommentare:

  1. Scheue Frage an Beat:"Wo ist Priska geblieben - nachdem du ihren gewählten Rückweg vom Hotel Chasseral oder andern Weg hinunter ins Tal mit keinem Wort erwähnst?"

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  2. ..... Priska ist entweder per Autostopp vom Chasseral zurückgefahren oder dann wieder zu Fuss nach Nods abgestiegen. Beat

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  3. Danke für die Antwort Beat. Wenn das für Priska so auch in Ordnung war, dann o.k.

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  4. Schöne Wanderung... Vor allem in der Schlucht. LG Martha

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  5. Ein sehr spannender Weg, finde ich.
    LG, Trudy

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