Samstag, 13. Juli 2013

Auf dem Clariden-Höhenweg zwischen Klausenpass und Fisetenpass

Heute Samstag sind wir bei prächtigem Sommerwetter hoch über dem Urnerboden, der grössten Schweizer Alp, gewandert. Zwischen dem Klausenpass und dem Fisetenpass waren wir auf dem Clariden-Höhenweg unterwegs. 

Mit dabei: 
Martha, Agnes, Daniel, Heidi

ROUTE:
Untere Balm / Hotel Klausenpass (1840m) - 
Klausenpass (1948m) - 
Firnband / Gletschersee im Griess -
Steg über Fätschbach (2080) -
Gemsfairenhüttli (1951m) - 
Fisetenpass (2036m) - 
Luftseilbahn zum Urnerboden.

Weitere Bilder im Picasa-Webalbum:

Picasa-Bilder von Martha:
Fisetenpass



Route auf swisstopo mit map.schweizmobil.ch
<- <- <- Luftseilbahn Urnerboden - Fisetenpass

Streckenlänge ca. 12 km; 600 m aufwärts, 450 m abwärts
Kurz nach 08:30 kommen wir mit dem Postauto der Klausenpass-Linie von Flüelen her bei der Haltestelle Balm (Klausen) an. 
Diese Haltestelle beim Hotel Klausen Passhöhe 
liegt rund anderthalb Kilometer vor dem Klausenpass. 
Weil das Postauto 
(vor der Weiterfahrt zur Passhöhe und über den Urnerboden nach Linthal) 
hier rund 20 Minuten pausiert, beginnen wir unsere Wanderung bereits hier.

Um 08:45 starten wir also beim Hotel Klausenpass. 
Eine halbe Stunde später erreichen wir 
die rund 100 Höhenmeter weiter oben liegende Passhöhe (1948 m.ü.M.).

Abseits von der Autostrasse führt der Wanderweg hinauf zur Passhöhe, 
vorbei an grossflächig blühenden Alpenrosenstauden.

Oben auf der Passhöhe holen wir das Startkaffi nach.

Die schöne Bergkapelle "Bruder Klaus" auf dem Klausenpass.
Der Klausenpass mit einer Passhöhe von 1948 m und einer Länge von 46 km verbindet das Urner Schächental mit dem hinteren Linthal im Kt. Glarus. Spätestens im Hochmittelalter bestand ein Viehweg. Die Urner zogen schon früh über den Klausenpass auf den Urnerboden. Der Grenzverlauf zwischen Uri und Glarus wurde nach Alpstreitigkeiten 1196 geregelt. Eine Zollstelle in Bürglen kontrollierte den unbedeutenden Lokalhandel. 1590 entstand auf dem Urnerboden ein Spital für Reisende. Uri und Glarus besorgten den Unterhalt des Klausenpasses gemeinsam. 1625 übertrug Glarus seinen Streckenteil einem Privaten. 1870 wurde eine einfache Strasse bis Unterschächen errichtet und 1893-99 erfolgte der Bau der Fahrstrasse Altdorf-Linthal. Die Schirmkapelle auf der Passhöhe (1717 erw., wohl St. Nikolaus von Myra geweiht) musste dem Strassenbau weichen; die heutige Bruder-Klaus-Kapelle entstand 1938. Mit der Industrialisierung wanderten viele Urner nach Glarus aus, wo sie in Fabriken und im 20. Jh. v.a. in der Land- und Alpwirtschaft Arbeit fanden. Die Fahrstrasse und die bereits 1899 einsetzenden Postkurse über den Pass förderten den Tourismus. 1922-34 wurden auf dem Klausenpass internationale Autorennen durchgeführt.
Quelle: http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D8860.php

Kurz nach 09:30 beginnen wir auf dem Klausenpass 
die Clariden-Höhenweg-Wanderung in Richtung Fisetenpass. 
Vier Stunden später, um 13:30, werden wir dort ankommen.
Bereits nach der Passhöhe haben wir ein erstes Schneefeld zu überqueren, 
zahlreiche weitere werden folgen.
Tiefblick auf den Urnerboden. 
Links oben die Jegerstöck, hinter denen die Glattalp und der Glattalpsee liegen. 
In Bildmitte der Ortstock über Braunwald.



Die Schneefelder über dem Claridenbödemli 
und hinüber zum Firnband sind problemlos zu queren.

Vermutlich die Tüfelsstöck 
im Felsgrat zwischen dem Clariden und dem Gemsfairenstock.

Unmittelbar vor uns, mitten im Clariden-Höhenweg, .....

...... ein Jung-Mungg auf seinem Morgenspaziergang.

Tiefblick auf die Schlangenlinie der Passstrasse 
in der Steilstufe zwischen der Passhöhe und dem Urnerboden.


Dort vorne, knapp über dem Felsabbruch, 
werden wir später entlang gehen.
Für Steinsammler ist das Angebot reichhaltig.
Durch den grossen Steingarten "Im Griess", 
den der Gletscher hinterlassen hat, .....
....... machen wir einen kurzen Abstecher 
für einen Ausblick 
auf den kleinen Gletschersee unter der Nordflanke des Clariden.
Der Gletschersee im Griess 
und dahinter das abschmelzende, auffällig geschichtete Gletschereis.




Gelbe Blütenpracht im "Steingarten" vor dem Clariden-Massiv.

Der Holzsteg ......

...... über den Fätschbach 
muss im Frühling (und nach Unwettern)
vermutlich hie und da neu montiert werden.

Dieses etwas ausgesetzte Wegstück, nahe beim Felsabbruch, 
könnte seitlich (rechts) umgangen werden. 
Falls hier noch Schnee liegt, ist die Ausweichroute sicher sehr zu empfehlen.

Wir queren ein recht steil abfallendes Schneefeld.

Hier kann man zwischen einem Schneefeld und einem Bach wählen. 
Wir entscheiden uns fürs Wassergumpen und Steinehüpfen.


Gegenverkehr .....

...... und so trifft frau sich wieder einmal:
Martha und Theresa.
Ein letztes Schneefeld.


Grosse Schwemmebene unter dem Gemsfairenstock.

Von der Chlus unten an der Passstrasse hier zum Gemsfairenhüttli hinauf führt via Chlustrittli auch ein breiter (befahrbarer) Alpweg.
Falls man die Schneefelder um das Claridenbödemli / Firnband meiden will, könnte man von der Postauto-Haltestelle "Urnerboden, Klus" her auf diesem kürzeren Weg zum Clariden-Höhenweg aufsteigen.
Gemsfairen-Hüttli, 1951 m

Alpwirtschaft Gemsfairenhüttli.
Gegenüberliegend die Jegerstöck, 
dazwischen und 600 Meter tiefer ist der Urnerboden.

Wir queren diese grosse Schwemmebene, 
auf der vermutlich demnächst das Vieh zur Alpsömmerung eintreffen wird.





Die Steinböcke überlassen uns nur ungern diesen felsiger Rastplatz.

Blick hinüber zum Clariden / Claridenstock, 3267 m
Der Name Clariden leitet sich wahrscheinlich 
von „Clareta“, lateinisch „clarus“ (hell, leuchtend, glänzend), her. 
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Clariden
Vergletscherte Felspartie zwischen Claridenstock und Klausenpass.



Daniel signalisiert den Steinböcken unseren Abzug vom Rastplatz.

Von diesem Wegweiser (Kartenpunkt 2016m) führen zwei Wege parallel nebeneinander zum Fisetenpass. Unbeabsichtigt wählen wir den talseitigen Weg, der kurz vor dem Fistetenpass in den Fahrweg mündet. Erst vorne beim Fisetenpass sehen wir, dass der "richtige" Höhenweg etwas weiter oben über einer Felsenfluh durchführt (Wegweiserschild links).



Rechts oben erblicken wir die Bergstation der ......

..... der Luftseilbahn Urnerboden - Fisetenpass.

In dieser 6-Personen-Kabine werden auch wir uns knieschonend auf den Urnerboden hinunter tragen lassen.

Fisetenpass, 2036 m

Eine Fortsetzung der Wanderung über den Fisetengrat zum Chamerstock, einem Aussichtspunkt ins Glarnerland, ist sicher lohnenswert. 
Vom Fisetenpass und vom Chamerstock führen zudem verschiedene Abstiegsrouten 700 bzw. 800 Höhenmeter hinunter zum Urnerboden.

Der Passübergang, etwas oberhalb der Seilbahnstation gelegen, 
ist ein toller Aussichtspunkt.

Unten am Hang der Weg, der in 2:40 Stunden vom Fisetenpass um den Gemsfairenstock herum und hinüber zur Claridenhütte SAC führt.

Links oben der Weg über den Fisetengrat zum Chamerstock.

Heidi bestaunt die gewaltigen Felswände der Jegerstöck, 
dahinter verbirgt sich der Glattalpsee.


Talfahrt zum Urnerboden

Die Wanderung über den Clariden-Höhenweg ist ein sehr schönes Bergerlebnis.
Für die Rückfahrt wählen wir den Weg über Linthal im Glarnerland.


Herzlichen Dank für die Teilnahme.
Beat

Weitere Infos:
- wanderige.ch: Clariden-Höhenweg
- wandersite.ch (Nr. 495): Clariden-Höhenweg
- gps-tracks.com: Clariden-Höhenweg

- urnerboden.ch: http://www.urnerboden.ch/sites/wandern_d.php 
- Luftseilbahn Urnerboden-Fisetengrat: http://www.urnerboden.ch/sites/seilbahn_d.php

Kommentare:

  1. Herzlichen Dank Beat für diese tolle Wanderung. LG Martha

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  2. Super dieser Wanderbericht! Als Glarnerin (im St.Gallischen wohnhaft) durfte ich einen Teil dieses Weges letzte Woche ebenfalls erleben und bin ihn auch mehrmals schon gegangen.Besonders freut es mich, dass ihr das Gletscherseeli besucht habt - die meisten Wanderer sehen es nicht einmal. Gruss Sylvia

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