Dienstag, 6. August 2013

Durch das Karrengebiet der Mären: Bisisthal-Sali - Firner Loch - Glattalp

Heute Dienstag bin ich zusammen mit Martha und Cornelia durch die Karstlandschaft der Mären gewandert. Dieses gewaltig zerfurchte Karrengebiet liegt zwischen Glattalp und Klausenpass / Urnerboden. Martha ist diesen blau-weiss markierten T3-Weg nun bereits zum vierten Mal gewandert. Von Saliboden / Sali, zuhinterst im Bisistal SZ, bis zum Mären-Gipfelkreuz auf 2304 m.ü.M. haben wir einen Aufstieg von 1150 Meter bewältigt. 

ROUTE:
Bisisthal-Sali (Saliboden / Tröli 1149m) -
Gwalpeten (1522m) -  Bockalpeli - 
Firner Loch (2248m) - 
Mären / Gipfelkreuz (2304m) - 
Inner Brüelchälen -  Schafboden -
 Glattalp (1869m)
  
Talfahrt (Fr. 12.-): Glattalp -> Sali mit der Luftseilbahn

Weitere Bilder im Picasa-Webalbum:

Bilder von Martha:
Mären
 


Route auf swisstopo mit map.schweizmobil.ch
Streckenlänge ca. 13 km; 1300 m aufwärts, 550 m abwärts,
(T3 / blau-weiss-markiert)
Kurz nach 9 Uhr machen wir uns in Sali / Bisithal auf den Weg in Richtung Firner Loch - Glattalp. Beim Firner Loch werden wir um 12:30 ankommen, das Gipfelkreuz auf den Mären erreichen wir kurz nach 14 Uhr und bei der Seilbahn-Bergstation auf der Glattalp treffen wir gegen 16:15 Uhr ein. Dort müssen wir rund eine Stunde warten, bis wir für die Talfahrt mit der kleinen Kabine an der Reihe sind.

Über unseren Köpfen schwebt die Luftseilbahn 700 Höhenmeter hinauf zur Glattalp. Da nur eine einzige 8er-Kabine am Seil hängt, ist an wanderfreundlichen Tagen meistens mit längeren Wartezeiten zu rechnen. Über den Felswänden im Hintergrund verbergen sich die weiten Karrenfelder der Mären. Dort hinauf wollen wir.

Vermutlich auf dem Felsspitz links der Bildmitte befindet sich das Mären-Gipfelkreuz, 
wo wir nach happigem T3-Aufstieg in rund 5 Stunden ankommen werden.



Noch bewegen wir uns im angenehm kühlen Schatten.


Hier, beim Wegpunkt "Gwalpeten 1522 m", 
beginnt nun der blau-weiss-markierte Wegabschnitt.

Der Weg quert rutschige Geröllhänge bevor er (links oben) 
im Felseinschnitt des Bockalpeli über stabilere Unterlage führt.
Misstritte und Steinschlag wären hier gefährlich. 
Die Ummarkierung von rot-weiss zu blau-weiss war sicher gerechtfertigt.

Blick zurück: 
Rechts unten das Bisistal mit dem kleinen Staubecken im Saliboden.
Rechts hinauf führt die Luftseilbahn zur Glattalp.

Im Südwesten die Schächentaler Windgällen.

Blick in die Kalkschichtung, die weiter oben auf der Mären-Oberfläche
von Rinnen, Rissen und tiefen Spalten zerfurcht sein wird.

Der Weg führt am oberen Geröllfeldrand der Felswand entlang links hinüber. 
Anschliessend folgt ein Steilstück mit Seilsicherung.


Durch die enge aber besonnte Felsenschlucht des Bockalpeli 
geht's hinauf zum Firner Loch.

Und immer wieder vielfarbige Blumenpracht in der Steinwüste.



Blick zurück: 
Links hinten die Schächentaler Windgällen.
Gleich haben wir den anstrengenden Hauptaufstieg geschafft, 
hinter dem Felsbuckel liegt das Firner Loch.

Die grossartige Karstlandschaft der Mären kommt nun zum Vorschein.


Dichtes Schaf-Gedränge an einem engen Schattenplatz.

Ankunft beim .......

...... Firner Loch (2248 m). 
Beim Tiefblick in Richtung Urnerboden staunt man, 
dass der 500-Meter-Abstieg dorthin wieder "rot-weiss" ist. 
Der Weg durch die Karrenfelder der Mären in Richtung Glattalp bleibt weiterhin und in kurzen Abständen blau-weiss markiert, dies vermutlich, weil bei einem plötzlichen Wetterumschwung mit Nebel die Orientierung in diesem Gebiet sehr schwierig ist. 

Unten in der Tiefe, östlich vom Klausenpass, liegt der Urnerboden.
Drüben über dem Gegenhang verläuft der Clariden Höhenweg, 
den wir Mitte Juli begangen haben. 
Siehe damaliger Blog-Beitrag: 
Auf dem Clariden-Höhenweg zwischen Klausenpass und Fisetenpass


Da braut sich was zusammen. Wir werden aber von Gewittern verschont bleiben. Erst auf der Heimfahrt ziehen heftige Unwetter von den Bergen her bis ins Flachland hinaus.

Erstaunlich, diese bis jetzt (im August) liegengebliebenen Schneefelder auf der besonnten Felsoberfläche.


Zwischen Bockalpeli und Firner Loch verläuft die Kantonsgrenze zwischen Schwyz und Uri von West nach Ost. Auf dem weiteren Weg vom "Firner Loch" zum rund 1 km nördlich gelegenen Mären-Gipfelkreuz kommen nochmals rund 150 Höhenmeter dazu. Im ständigen Auf und Ab sind unzählige Spalten, Löcher und Felsrillen zu überqueren. Kurze Hoch- und Runter-Kraxeleien gehören ebenfalls dazu. Ein Stolpern in diesen scharfkantigen Felsformationen wäre sehr ungemütlich. Auf dem Kartenausschnitt ist ersichtlich, dass die höchste Stelle (2323m) etwas abseits des Gipfelkreuzes (2304m) liegt. Weiter westlich ist zudem der "Märenspitz" (2280m) eingezeichnet. Die Wegspur durch das Karstgebiet ist in der Karte nicht durchgehend eingestrichelt, im Felsgelände aber in Abständen von wenigen Metern bestens blau-weiss markiert. Im Anschluss an den Aufstieg zum Gipfelkreuz erfolgt der steile, recht anspruchsvolle Abstieg durch den Felstrichter "Inner Brüelchälen". Dort liegen noch grossflächige Schneefelder.
Es gilt: Immer die Augen offen halten ....

.... zu den Felsspalten sowie Stolperstellen 
und mit vorausschauendem Blick auf die blau-weissen Markierungen.

Pflanzen sind Überlebenskünstler: 
Neben diesem Farngewächs sehen wir auch viele kleine Blumenpolster
mit winzigen Blüten.

Auffällig hervorstehende Fels-Einschlüsse auf der glatten Kalkoberfläche.

Kraxeln im zerfurchten und rauhen Fels, 
hautschützende Handschuhe wären ganz angenehm.


Cornelia mit einer Entspannungsübung. 
Das konzentrierte Gehen durch dieses Gelände ist recht anspannend und ermüdend.





Zum Mären-Gipfelkreuz ist's ein kurzer Abstecher, der sich lohnt.
Durch diesen Felsentrichter erfolgt der bevorstehende Abstieg, .......

..... zuvor halten wir aber noch eine Gipfelrast. Erst hier wird mir richtig bewusst, dass der Mären nicht nur ein riesige Karstfläche sondern gleichzeitig ein "richtiger Gipfel" ist. Hinter dem Gipfelkreuz fällt der Fels nämlich senkrecht in die Tiefe. Unten auf der Glattalp ist das später deutlich zu erkennen.
Tiefblick zur Glattalp (hier der Stausee), wo wir nun hinwollen .....

.... und zum Saliboden, wo wir vor 5 Stunden losgelaufen sind.







Die Auf-/ Abstiegsroute durch den "Inner Brüelchälen" 
ist mit T3 und blau-weiss sicher angemessen eingestuft worden. 
(Der Weg war früher nämlich rot-weiss markiert.)
Steiler Abstieg abwechselnd über Geröll und durch Schnee.











Martha macht einen Rutsch-Versuch auf einem Plastik-Sack. 
Aber Achtung auf versteckte Steine im Schnee!

Zoomblick zur Seilbahnstation auf der Glattalp. 
Davor liegt eine Schlucht, 
die wir nach rechts zum Glattalpsee hin umgehen müssen. 
Rechts oben die Glattalphütte SAC.

Wir kommen wieder in die "Zivilisation". 
Kurz zuvor haben die Schafe vor uns die Flucht ergriffen, 
diese hier verfolgen uns nun hartnäckig und laut blökend.





Das letzte Wegstück auf der Glattalp hinüber zur Seilbahnstation.

Blick zurück: 
Rechts oben der Mären-Gipfel 
und links der mit Schneefeldern durchsetzte Geröllhang, 
über den wir 500 Höhenmeter abgestiegen sind.

Gegen 16:15 kommen wir zur Seilbahnstation auf der Glattalp, ......


..... wo wir rund eine Stunde warten, 
bis wir für die Talfahrt an der Reihe sind. 
(Für den anderthalbstündigen Fussabstieg über 700 Höhenmeter sind wir zu müde.)



Vielen Dank an Martha und Cornelia 
für die Begleitung 
auf dieser einmalig schönen 
und "sportlichen" Bergwanderroute.

Infos und Bilder:
- Frühere Bilder von Martha (02.10.11): Mären
- cornelsuter.ch: http://www.cornelsuter.ch/fotoalbum/20050703/bilder/foto20050703.htm 
- hikr.org: http://www.hikr.org/tour/post18323.html

Kommentare:

  1. Ganz toll, was ihr Drei da leistet. Weiterhin soviel Spass zusammen und hebed eu Sorg! Sylvia

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  2. Herzlichen Dank Beat es war ein wunderschöner Wandertag in angenehmer Gesellschaft ;-) LG bis zum nächsten Mal, Martha

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  3. Einen Super Blog, Vielen Dank und weiterhin viel Freuide und Spass.

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