Donnerstag, 2. Oktober 2014

Zermatt: "Matterhorn Glacier Trail"

Anstelle der zuerst geplanten Bergwanderung zum Walliser Augstbordhorn bin ich heute Donnerstag bis nach Zermatt gefahren und habe dort den "Matterhorn Glacier Trail" begangen. So nah wie heute bin ich noch nie vor dem Matterhorn gestanden und bis in den Nachmittag hinein hat kein Wölklein den Blick auf diesen "schönsten Berg der Alpen" behindert. 

ROUTE:
Trockener Steg, 2939m -
- "Matterhorn Glacier Trail" -
Verzweigung beim Hirli, ca. 2760m -
- Abstecher Hörnliweg -
Schwarzsee, 2552m / 2583m -
Hermettji, 2053m -
- Hängebrückenweg -
Gletschergarten, 1955m -
Furi, 1867m

Weitere Bilder im Picasa-Webalbum:
   
Auf dem Hörnliweg zur Hörnlihütte.
(Auf dem Hörnliweg habe ich nur einen kurzen Abstecher zurückgelegt.)

Route zwischen Trockener Steg und Schwarzsee 
 über den "Matterhorn Glacier Trail" 
mit anschliessendem Abstieg nach Furi. 
Mit zwei Routen-Erweiterungen:
- Kurzer Hörnliweg-Abstecher ab Hirli in Richtung der Hörnlihütte
- und Hängebrückenweg bei Furi
Streckenlänge ca. 14 km, 400 m aufwärts, 1500 m abwärts.
Berg- und Talfahrten 
Zermatt -> Furi -> Trockener Steg 
und Furi -> Zermatt 
mit Matterhornpardise Gondel- bzw. Luftseilbahn.
(swisstopo mit map.schweizmobil.ch)

NACHTRAG:
Im Hinblick auf die gegenwärtige Sanierung 
hat der SAC die Hörnlihütte an die Burgergemeinde Zermatt abgetreten.
Siehe dazu die Info von SAC-CAS.
Ausschnitt Panoramakarte
26 -> "Matterhorn Glacier Trail": Trockener Steg - Schwarzsee
27 -> Hörnliweg:  Schwarzsee - Hörnlihütte
Quelle: Panoramakarte


Bereits von Zermatt aus bietet sich ein Postkartenblick auf das "Horu", 
wie die Walliser ihr Naturmonument nennen.

Zuerst fahre ich mit der Gondelbahn von Zermatt bis Furi 
und steige hier in die Luftseilbahn nach Trockener Steg um. 
Der Fussweg vom Bahnhof Zermatt bis zur Talstation dauert rund 15 Minuten. 
Die einfache Bergfahrt Zermatt -> Trockener Steg kostet Fr. 21.-. 
Die Seilbahnkabine ist gestossen voll mit Skifahrern, 
welche bis ins Sommerskigbiet hochfahren. 
Das Gebiet um Zermatt ist kreuz und quer mit Bergbahnen überzogen, 
wie beispielsweise Zürich mit Tramlinien.

Um 10 Uhr beginne ich die Wanderung 
bei der Bergbahnstation "Trockener Steg" auf knapp 3000 m.ü.M. 
Kurz vor 12:30 Uhr erreiche ich Hirli, 
wo ich einen kurzen Abstecher auf dem Hörnliweg einlege. 
Eine Stunde später erreiche ich den Schwarzsee, 
wo ich mich entschliesse, nach Furi abzusteigen. 
Dort beende ich die Wanderung schliesslich um 15 Uhr 
und fahre mit der Gondelbahn zurück nach Zermatt.

Trockener Steg, 2925m
Unten links der Wegweiser "Matterhorn Glacier Trail".
Die nahe Umgebung der Bergstation "Trockener Steg" ist keine Augenweide: 
Die Planierwalzen für die Skipisten sorgen für einen Gelände-Anblick 
wie auf einer Autobahnbaustelle. 
Skifahren in solchen Gebieten müsste verboten werden, 
das ist Umweltzerstörung Pur! 
Zum Glück kann man unten am Teodulgletschersee 
dieses üble Thema gleich wieder vergessen 
und auch von den Sommerskifahrern ist ab dort nichts mehr zu sehen.

Entlang dem "Matterhorn Glacier Trail" sind 23 Infotafeln aufgestellt.

Das "Horu" spiegelt sich im Teodulgletschersee, 
dem grössten von zahlreichen Gletscherrückzugsseen 
entlang der Trailroute.
Teodulgletschersee
Rechts unten .....

..... und hier links oben ist die Hörnlihütte zu erkennen, .....

..... sowie hier im Zoomblick. 
In diesem Sommer war die Hörnlihütte infolge von Um- und Neubau geschlossen. 
Sie wird im Juli 2015, 
im Jubiläumsjahr 150 Jahre Matterhorn-Erstbesteigung, wieder eröffnet. 
Die Hörnlihütte auf 3260 m.ü.M. 
ist der Ausgangspunkt für die Besteigung des 4478 m hohen Matterhorns 
über den Hörnli- und den Zmuttgrat.



Brücke direkt zum Matterhorn
Blick zurück zur Bergbahnstation "Trockener Steg" in verwüsteter Umgebung. 
Nach rechts führt die Bergbahn hinauf .....

...... zum Klein Matterhorn / Matterhorn Glacier Paradise
der höchstgelegenen Bergbahnstation Europas auf 3883 m.ü.M. 
Zum Breithorn (4164m / links im Bild) gibts noch keine Bahnverbindung.

Teodulgletschersee / Trockener Steg

Klein Matterhorn

Trotz der rot-weissen Trail-Markierungsstangen .....

........ habe ich im Gebiet oberhalb des Teodulgletschersees bis zum Furggsee 
die markierte Trailspur vorübergehend verfehlt 
und bin etwas zu weit nach Osten (d.h. nach rechts) abgedriftet. 
Bei so guten Wetterverhältnissen wie heute war das kein Problem .....

...... und später habe ich gesehen, 
wo dieser Trailwanderer mit seinem Hund durchgeht 
und den markierten Weg wieder gefunden.
(Ausgerechnet heute habe ich die Route nicht aufs GPS-Gerät übertragen.)

Hier bin ich noch (oder bereits wieder) auf dem rechten Weg.


Links aussen Monte Rosa / Dufourspitze.
Monte Rosa / Dufourspitze

An Schattenstellen ist die spärliche Vegetation mit Raureif überzogen.
An der Sonne ists aber ausgesprochen mild hier auf knapp 3000 m.ü.M.

Schwarzsee, bis hierhin führt der "Matterhorn Glacier Trail".



Tiefblick nach Zermatt

Die Pfarrkirche St. Mauritius in Zermatt.

Hörnlihütte SAC

Diese Markierungen sollte man nicht aus dem Auge verlieren, 
denn in dieser "Steinwüste" ist die Wegspur nicht durchgehend sichtbar.

Der Matterhorn-Gipfel. 
Ob dort oben auch heute Bergsteiger unterwegs sind? 
(Am 31. Januar 1911 hat jedenfalls die Wintererstbesteigung stattgefunden.) 
Immer wieder ist Fels- oder Eisgerumpel vom Berg her zu hören.

Insgesamt bin ich auf dem Trail nur etwa zehn Personen begegnet.

Oben hinter der Geröllmulde liegt das Hirli, 
wo der Hörnliweg zur Hörnlihütte nach links abzweigt.

Metallsteg .....
...... über Gletscherabfluss.
Zoomblick zum Gornergrat

Immer wieder aus etwas verändertem Blickwinkel: 
Der Nordostgrat zwischen Hörnlihütte (rechts unten) 
und Matterhorn-Gipfel.
Über diesen luftigen Metallsteg am Hörnliweg werde ich demnächst auch trippeln.

Näher wie hier auf dem "Glacier Trail" 
kommen Nichtbergsteiger 
vermutlich nirgends ans "Horu" heran, 
ausser man geht noch weiter bis zur Hörnlihütte 
(Schwierigkeitsgrad ca. T3).
Hier auf dem Sattel beim Hirli (auf ca. 2760m) 
erfolgt nach rechts der Aufstieg über den Hörnliweg zur Hörnlihütte.
Siehe dazu z.B. wandersite.ch-Beschreibung: Zur Hörnlihütte am Matterhorn

Ich mache einen kurzen Abstecher auf dem Hörnliweg, ......
.... zumindest die beiden Metallstege, 
welche ich von unten gesehen habe, will ich überqueren. 
Rechts der Hinweis: "Camping verboten"
(Wer kommt nur auf solche Gedanken.)


Von Süden her wallen Wolken heran.

Der Aufstieg bis zur Hörnlihütte sieht sehr verlockend aus, 
doch dieses Unternehmen verschiebe ich auf später.


Unten das Gletschervorland des Furgggletschers .....

....... mit dem Metallsteg, welchen ich kurz zuvor ebenfalls überquert habe.

Dort wo ich beschliesse umzukehren, .......
....... kommt mir von oben ein Paar mit Hund entgegen. 
Ich erkundige mich, ob sie bis zur Hörnlihütte aufgestiegen seien. 
Sie verneinen dies, sie seien bis zur Infotafel "Hütte geschlossen" gegangen, 
vermutlich bis zum Sattel auf 2930 m.ü.M., 
wo die steile Schlusspassage beginnt. 
Sie hätten nicht gewusst, dass die Hörnlihütte geschlossen sei,
und ohne Wasser für ihren Hund sei der Aufstieg bis zur Hütte nicht möglich.

Das Schwierigste für ihren Vierbeiner
sei das Begehen dieser Metallgitter mit Durchblick in die Tiefe, 
sagen mir die beiden Hörnliweg-Berggänger.

Vielleicht wagen diese drei jungen Frauen den Aufstieg bis zur Hörnlihütte.

Der Teodulgletscher mit dem Sommerskigebiet von Zermatt.

Diese beiden Schwerbeladenen mit den roten Helmen auf ihren Rucksäcken 
gehen bestimmt bis zur Hörnlihütte 
und vermutlich morgen früh weiter bis zum Matterhorn-Gipfel. 
(Ohne "wildes" Camping bei der Hörnlihütte ist das aber kaum möglich.)

Es folgt der Abstieg vom Hirli ....
..... zum Schwarzsee.

Das Hotel Schwarzsee liegt in erhöhter Lage über dem Schwarzsee 
und ist ebenfalls mit einer Gondelbahn ab Furi zu erreichen. 
Schwarzsee und Trockener Steg sind mit einer Gondelbahn zudem querverbunden.

Das "Base Camp Matterhorn
mit 25 zeltförmigen Unterkünften aus Aluminium 
zwischen Schwarzsee und Hörnlihütte .....
..... war nur bis zum 15. September in Betrieb 
und diente als Ersatz-Unterkunft für die geschlossene Hörnlihütte.

Schwarzsee, 2552m
Ich setzte den Abstieg fort in Richtung Hermettji - Furi.

Nochmals ein Zoomblick hinüber zum Gornergrat.
Von hier aus war ich vor einem Jahr unterwegs:  
Siehe: 09.10.13 / Nochmals nach Zermatt: Heute über Gornergrat und Hohtälligrat

Gornergletscher / Monte Rosa / Dufourspitze
Vorübergehend "taucht" der Matterhorn-Gipfel unter.

Die Bergbahnstation Furi
wo ich meine Wanderung in rund einer Stunde beenden 
und mit der Gondelbahn nach Zermatt zurückfahren werde 
(das Ticket Furi -> Zermatt kostet Fr. 5.50).

Zermatt



Unterwegs auf dem Zermatter Lärchenweg.

Die Luftseilbahn Furi - Trockener Steg, 
mit welcher ich am Vormittag hochgefahren bin.

Kurz vor Ankunft in Furi 
sehe ich auf einem Wegweiser den Hinweis "Hängebrücke 10 min." 
und so beschliesse ich, 
noch eine Schlaufe über den Hängebrückenweg einzulegen.

Die 100 Meter lange Hängebrücke ......

....... überspannt die tiefe Schlucht des Furggbachs.




Um 15 Uhr komme ich schliesslich unten bei der Furi-Bergbahnstation an 
und schwebe gleichzeitig mit zahlreichen Sommerskifahrern 
hinunter nach Zermatt, ......

....... wo es aussieht, 
als ob sich Wolken und Berg ein Duell liefern.
Zermatt Kirche, 1616m:
1644 Höhenmeter / 5h 30min bis zur Hörnlihütte
und anschliessend weitere 1218 Meter bis zum Matterhorn-Gipfel.

Zermatt fiebert dem 150-Jahr-Jubiläum 
der Matterhorn-Erstbesteigung im nächsten Jahr entgegen. 
Im Zentrum, unmittelbar neben der Kirche, 
steht beispielsweise das Matterhornmuseum
(Links im Bild steht ein Alu-Zelt, 
wie es bis vor kurzem als Ersatz-Unterkunft für die Hörnlihütte gedient hat.)

Am 14. Juli 1865 gelang der 7er-Seilschaft Whympers die Erstbesteigung. Die Gruppe stieg über den Hörnligrat auf die Schulter, und weiter oben, im Bereich der heutigen Fixseile, wich sie in die Nordwand aus. Edward Whymper erreichte als erster den Gipfel. Ihm folgten der Bergführer Michel Croz (aus Chamonix), Reverend Charles Hudson, Lord Francis Douglas, D. Robert Hadow (alle aus England) sowie die Zermatter Bergführer Peter Taugwalder Vater und Peter Taugwalder Sohn. Carrel und seine Gruppe entdeckten sie weit unterhalb am Pic Tyndall. Beim Abstieg der Erstbesteiger stürzten die vorderen vier der Seilschaft (Croz, Hadow, Hudson und Douglas) noch oberhalb der sog. „Schulter“ über die Nordwand tödlich ab. Am Samstag, den 15. Juli 1865, am Sonntag, den 16. Juli 1865, und in den darauffolgenden Tagen brach Josef Marie Lochmatter mit den Rettungsmannschaften auf, um den Verunglückten der Erstbesteigung erste Hilfe zu leisten. Drei der Toten konnte ein Bergungstrupp am 19. Juli auf dem Matterhorngletscher bergen. Die Leiche von Lord Francis Douglas wurde nie gefunden. 

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