Samstag, 26. April 2014

Wanderung ins Bietschtal im Wallis: Raron - Bietschi - Ausserberg

Heute Samstag sind wir nach Raron im Wallis gefahren und von dort ins Bietschtal aufgestiegen. In diesem (Richtung Norden zum Bietschhorn hin verlaufenden) Rhone-Seitental sind wir hinauf bis zur Alp Bietschi auf 1456 m.ü.M. gelangt. Von dort könnte man auf markiertem Wanderweg noch weitere 1:45 Std. talaufwärts bis zur Reemistafel (1999 m.ü.M.) gehen. Wie geplant sind wir aber auf Bietschi umgekehrt. Von der BLS-Bietschtalbrücke bis Ausserberg haben wir auf dem Rückweg den Lötschberger-Südrampenweg begangen. 

Mit dabei:
Valérie, Inge, Angela

ROUTE:
Raron (635m) -
Felsenkirche Raron -
Rarnerkumma (1006m) -
Abzweigung ins hintere Bietschtal (ca. 1080m) -
Talaufwärts bis zur Alp Bietschi (1456m) -
zurück über Naturbrücke (1024m) -
Unterquerung der BLS-Bietschtalbrücke (993m) -
Lötschberger-Südrampenweg -
Riedgarto (947m) -
Ausserberg Bahnhof (931m)

Weitere Bilder im Picasa-Webalbum:
 
Das Bietschhorn, von der Alp Bietschi im Bietschtal her gesehen.

Route auf swisstopo mit map.schweizmobil.ch

Streckenlänge ca. 13 km; 950 m aufwärts, 650 m abwärts
Unser "Vorstoss" bis zur Alp Bietschi im Bietschtal.
(Darstellung mit Google earth) 
Um 10:15 Uhr beginnen wir die Wanderung in Raron,
wo wir mit dem Regionalzug von Visp her angekommen sind.
Um 13 Uhr erreichen wir die Alp Bietschi.
Wir halten dort Mittagsrast mit Hochblick zum Bietschhorn
und kehren anschliessend talabwärts zurück.
Um 16 Uhr beenden wir die Wanderung beim Bahnhof Ausserberg 
an der BLS-Südrampe.
Unmittelbar vor dem Bahnhof in Raron überqueren wir den Rotten, 
wie die Rhone hier im Oberwallis heisst. 
Bereits der Anblick des vor uns liegenden steilen Südhangs löst Schweisstropfen aus.

Hinter der Burgkirche von Raron ist der Einschnitt des Bietschtals zu erkennen.

Auf dem Burghügel von Raron thront die Burgkirche St. Romanus. 
Darunter liegt der Zugang zur Felsenkiche St. Michael.

Die Felsenkiche St. Michael in Raron:
Die Felsenkirche St. Michael wurde 1974 nach 3-jähriger Bautätigkeit unter der Leitung des Architekten Donat Ruff fertig gestellt. Sie ist europaweit eines der jüngsten und eindrücklichsten Beispiele der jahrtausendealten Felsarchitektur. Das Kircheninnere im Burghügel wurde künstlich aus dem Fels gebrochen. Mit 500 Sitzplätzen ist die Michaelskirche das grösste Gotteshaus der Neuzeit, das sich vollumfänglich im Felseninnern befindet. Dieser architektonische Wurf ist einmalig, zumal hier Schönheit und Zweckmässigkeit, Natur und Kultur, Tradition und Moderne in Harmonie vereint sind. Das gelungene Übereinander von alter und neuer Kirche trägt wesentlich zum interessanten Dorfbild bei.

Unter dem riesigen Felsgewölbe im Innern der Kirche.

Nach dem Kurzbesuch in der Felsenkirche 
kann der Aufstieg beginnen
Der Bietschbach 
verlässt durch eine Schlucht das Bietschtal 
und mündet bei Raron in die Rhone.
Im steilen Aufstieg gewinnen wir rasch an Höhe 
und blicken auf das Dorf Raron zurück. 
Rechts unten der kanalisierte Bietschbach kurz vor der Mündung in die Rhone.


Von Raron kommen wir, bis Bietschi gehen wir.
Reemi / Reemistafel ist das hinterste Gebiet im Bietschtal, 
welches auf dem Wanderweg erreichbar ist.

Blick Rhonetal-abwärts

Eine von mehreren kurzen Verschnauf- und Trinkpausen.

Ankunft bei der Lötschberger-Südrampe (Wanderweg & Bahnstrecke)
mit der wanderland.ch-Route 61: Walliser Sonnenweg 
(hier übereinstimmend mit dem Wanderweg "Lötschberger-Südrampe") 

Wegverzweigung "Rarnerchumma, 1006m": 
Nach rechts führt der Weg über die BLS-Bietschtalbrücke 
und nach links führt unser Weg (oberhalb der Eisenbahnbrücke) ins Bietschtal hinein.
Die beiden Wegverzweigungen:
(1): Bei der Rarnerchrumme zum oberen Weg, den wir begehen,
bzw. zum unteren Weg, welcher über die Eisenbahnbrücke führt.
(2): Der Weg zur Naturbrücke, bzw. jener weiter ins Bietschtal hinein.
Die Naturbrücke werden wir bei unserer Rückkehr überqueren. 
Die quer durch den Kartenausschnitt verlaufende gestrichelte Doppellinie 
entspricht dem Verlauf des neuen NEAT-Lötschberg-Basistunnels
welcher im Jahr 2007 eröffnet worden ist.

Das "Chrüter-Beizli" bei der Rarnerchrumma am Südrampenweg.

Vorübergehend ist der Wegverlauf etwas flacher, ......

..... umso steiler ist der seitliche Hang.

Wir passieren einige Stellen, 
bei denen der Weg bald einmal völlig wegerodiert sein dürfte.

Rechts unten zeigt sich die Bietschtalbrücke, 
eine eindrucksvolle BLS-Eisenbahnbrücke.

Sind die Rutschhänge, welche vor uns liegen, wohl durchgängig begehbar? 
Uns kommt niemand entgegen, den wir fragen könnten.

Über die Bietschtalbrücke 
führen sowohl die beiden Geleise der BLS-Bergstrecke wie auch ein Wanderweg.

Derrick im Bietschtal? 
"Beim Bau kamen die mit einer Dampfmaschine 
betriebenen sogenannten Derrick-Kräne zum Einsatz."

Auf der gegenüberliegenden Talseite verläuft der deutlich breitere Weg 
zwischen Naturbrücke (links oben) und Eisenbahnbrücke, 
welchen wir auf dem Rückweg am Nachmittag ebenfalls begehen werden.

Die Eisenbahnbrücke im sich stetig ändernden Blickwinkel. 
Beidseits der Brücke führt die Bahnstrecke durch Tunnels.
Wenn ein Personen- oder Güterzug über die Brücke rollt, 
tönt es durch das enge Tal, 
als ob gerade eine Schnee- oder Geröll-Lawine auf uns herunterdonnern würde.



Ein schmaler und gelegentlich etwas ausgesetzter Weg zwar.
Bisher ist aber alles im "grünen Bereich", 
hier allerdings mehr felsgrau als grasgrün.

Eine einzelne Wanderin überholt uns. 
Sie wird aber gleich hinunter zur Naturbrücke abzweigen, ......

...... während wir hier bei der oberen Abzweigestelle (2) 
weiter ins Bietschtal hinein "vorstossen". Das nun folgende, rund 2 km lange Wegstück bis zur 400 m höher gelegenen Alp Bietschi begehen wir hin und zurück. 
Rechts unten begleitet uns das Rauschen des wilden Bietschbachs.

Gleich verschwindet die Eisenbahnbrücke aus unserem Blickfeld.

Beim Blick auf die gegenüberliegende Talseite, ist man froh,  
dass der Weg nicht dort drüben durchführt.




Ein knapp überwindbares .....

...... und ein drohendes Weghindernis.



Kurz hintereinander überqueren wir ......

.... zweimal .....

....... etwas wacklige Holzstege.
Hier ist der letzte Schneerest vermutlich erst vor kurzem weggeschmolzen.

Endlich, endlich kommt das Bietschhorn (3934 m hoch) zum Vorschein.

Ich war mir beim Planen dieser Wanderung nämlich nicht sicher, 
ob wir soweit ins Bietschtal vordringen können, 
dass wir diesen markanten Walliser Gipfel der Berner Alpen auch zu sehen bekommen. 
Hinter dem Bietschhorn liegt das Lötschental.

Kurz darauf erreichen wir die Alp Bietschi auf 1456 m.ü.M. mit einer Alphütte .....

...... auf offenem und recht flachem Gelände 
und mit prachtvollem Blick auf das rund 7 km entfernte Bietschhorn, 
welches das Bietschtal nach Norden hin abschliesst.

Der Wegweiser an der Alphütte Bietschi 
zeigt eine Gehzeit von 1h45 bis zur Reemistafel auf 1999 m.ü.M., 
wo der Bietschtal-Wanderweg unmittelbar vor dem Bietschhorn
endgültig zu Ende ist.

Zwischen der Alp Bietschi und Reemi / Reemistafel 
liegt eine Abzweigung zum Übergang 
ins weiter westlich (links) gelegene Jolital 
mit Fortsetzung bis nach Hohtenn, 
welches ebenfalls an der Südrampe liegt.

Ueli Kämpfer, 1947 - 1982

Auf der abgelegenen Alp Bietschi im Bietschtal.
Lage der Alp: 
Das felsige, steinige Bietschtal, das den nördlichen Teil der Gemeinde Raron einnimmt, 
eignet sich noch leidlich als Schafweide. 
Eine ständige Hirtschaft fehlt und die Tiere weiden verzettelt in dem weitläufigen Tal.
Wege zur Alp:  
2.5 h von Raron bis zur Hütte, 
1.5 bis 2h vom Wanderweg der Südrampe (bei der Eisenbahnbrücke) 
ins Tal hinein bis zur Hütte. 
Ein schmaler Weg führt bis zur Hütte, 
von dort aus weiter Richtung Bietschhorn sind einige Wege nur noch zu erahnen. 
Allgemein sind die Wanderwege schlecht markiert.
Die Hütte im Bietschi steht allen Wanderern für Übernachtungen offen.
Quelle: www.alporama.ch


Zoomblick zum Bietschhorn, 
das zwischendurch in den Wolken verschwindet.

Mittagsrast etwas oberhalb der Alphütte. 
Bei der Hütte haben sich unter einem aufgespannten Sonnendach 
zwei einheimische Wanderer niedergelassen. 
Ansonsten sind wir unterwegs keiner Menschenseele begegnet.




Felsspitzen über der westlichen ....

...... und Quellwolken hinter der östlichen Talseite.
Um 13:45 Uhr machen wir uns wieder auf den Weg, nun talabwärts.

Gruppenbild mit Bietschhorn.
Eigentlich haben wir damit gerechnet, 
dass diese Barrikade in der Zwischenzeit spurlos weggeräumt wird.


Unter der Eisenbahnbrücke ist die Naturbrücke zu erkennen, 
die wir demnächst überqueren werden.


Wir sind zurück bei der Abzweigestelle (2) 
und entscheiden uns für den Weg via Naturbrücke und Riedgarto 
weiter nach Ausserberg.

Ausnahmsweise mal eine Eidechse, .....

...... die sich grosszügig von allen Seiten her fotografieren lässt.

Blick zurück, talaufwärts.



Die Naturbrücke über den Bietschbach.

Wir unterqueren die Stahlkonstruktion der Bietschtalbrücke ......
....... mit dem seitlich angehängten Steg für den Wanderweg.

Gegenüberliegend der Felsenweg, 
welcher von der Abzweigung (1) bei der Rarnerchumme 
zur Eisenbahnbrücke herunterführt.



Ein Güterzug überquert donnernd die Bietschtalbrücke 
und verschwindet im Tunnel.



Kühner aber breiter und gut abgesicherter Südrampenweg.


Am Aussichtspunkt Riedgarto ....

...... ein Tiefblick zur Burgkirche Raron unter welcher sich die Felsenkirche verbirgt.

Beim Wegpunkt "Riedgarto, 947m" besteht die Möglichkeit, 
nach St. German und Raron abzusteigen. 
Wir bleiben auf der Route 61 .....
..... und gehen der wasserführenden Manera-Suone entlang Richtung Ausserberg.
Blick Richtung Visp. 
Unten verlässt die NEAT-Bahnlinie den Lötschberg-Basistunnel.





Flugfeld Raron

Rechts am gegenüberliegenden Hang 
ist eine Waldbrand-Schneise über Visp (vom April 2011) noch gut erkennbar.

Hier brennt's nirgends, trotzdem werden wir beregnet
(und zwar weder von einer Walliser Feuerwehr noch von Petrus).
Wir warten auf einen günstigen Moment, .....

 ........ um einigermassen trockenbleibend ......

...... und im Galoppsprung 
dem Suonenwasser-Sprühregen ausweichen zu können.

Bahnhof Ausserberg



Um 16 Uhr beenden wir die Wanderung in Ausserberg ....

..... und kehren auf der Terrasse vor dem Hotel Bahnhof noch ein.

Inge und ich fahren mit dem BLS-"Lötschberger" über die Südrampen-Bergstrecke 
(und somit auch über die Bietschtalbrücke) zurück auf die Alpennordseite. 
Valérie und Angela, hier glücklich und wohnhaft, bleiben im Wallis.

Herzlichen Dank
an Valérie, Inge und Angela
für die Begleitung.
Beat

Weitere INFOS (abweichende Routen): 
- hikr.org: Wanderung im Bietschtal  
- Rother-Wanderführer Oberwallis: Bietschtal 
- raron-niedergesteln.ch: Rundwanderung ins Bietschtal 
- Visp-Tourismus: Im Wanderbooklet "Top-Wanderungen Visp und Umgebung" 
- YouTube-Video: Zu den Quellen der "Heiligen Wasser" im Bietschtal 
- YouTube-Video: Bietschtal

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