Dienstag, 24. Dezember 2013

Vom Luzerner Sonnenberg (mit Wolfschlucht und Ränggloch) bis nach Schwarzenberg

Nachdem ich bereits am vergangenen Dienstag in der Gegend südwestlich der Stadt Luzern unterwegs war, bin ich gestern Montag nochmals in dieses Gebiet gefahren. Diesmal bin ich zwischen Luzern und Schwarzenberg über die Höhenzüge von Sonnenberg und Blatterberg gewandert. Dabei habe ich am Sonnenberg die Wolfschlucht und das Ränggloch durchquert. 

ROUTE:
Ober Gütsch (580m) -
Sonnenberg (682m) -
Wolfsschlucht (730m) - Chrüzhöchi (776m) -
Hinter Gütsch (690m) - 
Abstieg zum Ränggloch (ca. 550m) -
Aufstieg Richtung Blatterberg -
Holderchäppeli (942m) -
Chrüzhubel (990m) - 
Usserberg / Scharmis (868m) -
Schwarzenberg (825m)

Weitere Bilder im Picasa-Webalbum:
 


Route auf swisstopo mit map.schweizmobil.ch

Streckenlänge ca. 15 km; 800 m aufwärts, 550 m abwärts

Ich beginne die Wanderung um 12 Uhr in Ober Gütsch 
(bei der Endstation der Buslinie 10 ab Bahnhof Luzern). 
Um 16 Uhr werde ich in Schwarzenberg ankommen.
Der Sonnenberg verdient seinen Namen, 
jedenfalls hier auf der Hangseite über Kriens mit Blick auf die Pilatuskette.

Der erste Wegabschnitt am Sonnenberg mit der Wolfschlucht. 
Links das Ränggloch mit dem Übergang zum Blatterberg. 
(Die Standseilbahn von Kriens zum Sonnenberg 
hat zwischen November und März Winterpause.)
Blick zurück über Kriens / Horw auf den Vierwaldstättersee 
mit dem Stanserhorn (rechts oben).

Blick voraus zum Blatterberg, der nachfolgenden Hügelkuppe, 
zu der ich später aus dem Ränggloch aufsteigen werde.

Pilatus

Unterwegs am Luzerner Sonnenberg.

Die Bergstation der Sonnenbergbahn, welche gegenwärtig Winterpause hat.

Die Standseil-Trasse der Sonnenbergbahn 
führt von Kriens her steil hinauf 
zum ehemaligen Kurhaus 
und heutigen Hotel-Restaurant Sonnenberg.
Auch ein Sonnenberg hat eine Schattenseite, 
hier ist es die Hangseite Richtung Littau im Tal der Kleinen Emme.

Ich bevorzuge den Weg entlang der Sonnenseite über Kriens.

Zoomblick auf die "swissporarena", das neue Luzerner Fussballstadion
mit den beiden Wohnhochhäusern und einem Einkaufszentrum.

Rechts der Bürgenstock, darüber der Niederbauen-Chulm 
und links hinten Chaiserstock und Schächentaler Windgällen.

Ein erster Blick in die Wolfschlucht, 
eine eigentümliche, enge und tiefe Längsfurche im Sonnenberg.

Die Entstehung der Schlucht ist ungewiss. Unsichere historische Quellen berichten, dass hier im Jahre 1486 eine Erzgrube eingestürzt sei und dabei 60 Grubenarbeitern das Leben gekostet habe. Auch wenn es dafür keine verlässlichen Quellen gibt – die Industriegeschichte von Kriens, ein Flurname «Kupferhammer» oder andere Quellen, die auf «Ysenwerke» hinweisen, lassen den Schluss zu.
Geologisch gesehen kann die 300 Meter lange und zwischen 10 und 30 Meter tiefe Schlucht gar nicht natürlich entstanden sein. Dazu erhielt die Schlucht ihren Namen erst um 1900 – zuvor war sie auch im Volksmund als «Erzgrube» bekannt.
Die seitlichen Plattensteinwände sind stark verwittert. Die Sohle der Schlucht überwächst zusehends. Trotzdem ist sie ein begehrtes Abenteuergebiet an schönen warmen Tagen.
Quelle: http://www.erlebnis-sonnenberg.ch/abenteuer_wolfsschlucht01.htm

Wölfen ......

....... bin ich in der Wolfschlucht nicht begegnet ......

...... aber Wurzelwesen aller Art.

Erst etwas weiter vorne steige ich ganz in die Wolfschlucht hinunter
und gehe ihrer Sohle entlang zurück bis der Weg zur Chrüzhöchi aufsteigt 
(siehe Kartenausschnitt weiter oben).



An der Wegstelle "Wolfsschlucht, 730m", 
von wo ich nun wieder ans Licht, d.h. zur Chrüzhöchi, aufsteige.



Auf der Chrüzhöchi (776m) 
öffnet sich das Blickfeld wieder zur Sonne und zum Pilatus.

Durch eine schöne und hohe Baumallee ....
..... und vorbei an einem Labyrinth (Luzerner Klimaweg / Tafel 8) 
führt der Weg auf dem Rücken des Sonnenbergs in Richtung Hinter Gütsch / Ränggloch.


Zoomblick nach Norden zum Sempachersee.

Tiefblick zur Flussschlaufe der Kleinen Emme 
am Nordhang des Sonnenbergs bei Littau.

Nun geht's hinunter ins Ränggloch 
(und anschliessend hinauf zum Blatterberg).
Infotafel "Kohleabbau am Sonnenberg"
  
Neben dem Tourismus war der Sonnenberg viele Jahre Rohstoff-Lieferant: Die Braunkohle am Sonnenberg wurde um 1830 entdeckt und danach durch immer wieder wechselnde Eigentümer mit unterschiedlichem Erfolg kommerziell abgebaut.
Im Renggloch entstand ein eigentliches Kohlebergwerk. 
In der Blütezeit arbeiteten täglich zwischen 40 und 50 Arbeiter in den Stollen.
Ihre Arbeitsschichten dauerten 10 Stunden pro Tag.
Im Berg drin wurde zum Abbau der Kohleschichten ein verzweigtes Stollennetz von rund 5 Kilometern Länge erstellt. Von der Aufbereitungsanlage beim Renggloch ist heute allerdings nichts mehr zu sehen. Von den Stollen sind nur noch kurze Strecken erhalten, aus Sicherheitsgründen aber nicht öffentlich zugänglich. Der Grossteil der Stollen wurde durch die Erosion des Sandsteins zugeschwemmt.
An gewissen Orten zeugen Geländevertiefungen noch von den einstigen Kohlevorkommen. Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Braunkohle-Abbau am Sonnenberg eingestellt. Insgesamt waren am Sonnenberg fast 21'000 Tonnen Braunkohle gefördert worden.
Quelle: http://www.erlebnis-sonnenberg.ch/abenteuer_bergwerk01.htm


Steg über den Ränggbach unten im Ränggloch.

Blick durch schmalen Felsspalt im Ränggloch 
(Ausgang Richtung Littau)
Wasserfall im Ränggloch.
"Herbst"-Gedicht von Rainer Maria Rilke 
(Luzerner Klimaweg / Tafel 12)

Herbst

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.


Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.


Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.


Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.


Rainer Maria Rilke


Quelle: http://www.luzern.klimaweg.com/pdf/Klimaweg_Doku_neu.pdf

Steiler Aufstieg aus dem Ränggloch zum Blatterberg.

In Bildmitte das Schloss Schauensee ob Kriens, 
dahinter der Fronalpstock und links die Rigi-Hochflue.

Schloss Schauensee im Zoomblick.



Ich nehme Kurs auf Holderchäppeli und gehe teilweise querfeldein, 
da ich das 15-Uhr-Postauto nach Malters erreichen will.



Blick zurück zum Sonnenberg, 
rechts unten Kriens, links hinten der Rotsee.

Zoomblick zum Rotsee, 
rechts davon das Hochhaus des Kantonsspitals Luzern.

Pilatus Gipfel, 
beim Gipfelkreuz rechts oben sind sogar Personen zu erkennen.

Im Schattengebiet Holderchäppeli ......

...... gerate ich in eine Winterlandschaft.



Bei der Wegstelle "Holderchäppeli, 942m" 
bin ich am vergangenen Dienstag zu einer Rundwanderung 
über Scharzenberg und Eigenthal losgelaufen. 
Heute will ich eigentlich ab hier mit dem Postauto nach Malters fahren. Dummerweise stehe ich an der falschen Stelle und das Postauto fährt ohne anzuhalten vorbei. So nehme ich "gezwungenermassen" den rund einstündigen Weg nach Schwarzenberg (nochmals) unter die Füsse.

Blick zurück zur Postauto-Haltestelle "Holderchäppeli". 
Was ich inzwischen gelernt habe: 
Hinten verläuft die Postautolinie Luzern - Kriens - Eigenthal,
vorne die Linie Eigenthal - Schwarzenberg - Malters
(mit auseinanderliegenden Haltestellen).

Hügellandschaft mit Windturbine.

Als ich vor einer Woche hier beim Gehöft Scharmis vorbeigekommen bin,
waren diese Lamas (oder Alpakas?) bei der Scheune im Gehege. 
Heute ist die Tierherde draussen im Schnee und auf der Wiese.





Heute wähle ich zwischen Usserberg /Scharmis und Schwarzenberg
die winterliche Nordflanke der Schwandenegg. 
So verpasse ich leider eine weitere Begegnung 
mit dem Esel (oder Maultier?) "Chaschper", 
der vorne bei Chotzige zu Hause ist.



Kurz nach 16 Uhr, gleichzeitig zum Sonnenuntergang, .....

..... treffe ich in Schwarzenberg ein,
und hier erwische ich nun das Postauto zur Bahnstation in Malters.

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