Freitag, 26. Dezember 2014

Nochmals zur Sementina-Hängebrücke "Ponte tibetano Carasc" im Tessin

Heute Freitag, am Stephanstag, sind wir nochmals zur neuen Hängebrücke im Valle di Sementina aufgestiegen. 
Die "Ponte tibetano Carasc" überspannt auf einer Länge von 270 Metern und 130 Meter hoch das Bachbett der Sementina. Diese Fussgänger-Seilbrücke ist zwar fertig erstellt, wird aber erst im kommenden Frühjahr eröffnet, weil am südlichen Zugangsweg noch gearbeitet wird. Da die Hängebrücke von der einheimischen Bevölkerung bereits in "Beschlag" genommen und fleissig überquert wird, haben auch wir das luftige Abenteuer gewagt. 

HINWEIS: 
"Durchgang auf eigene Gefahr"

Am vergangenen Samstag 
sind wir hingegen nur bis zum nördlichen Brückenende gelangt.
Siehe dazu den Blog-Beitrag vom 21.12.14:
 
Heutige ROUTE:
Monte Carosso / Teleferica, 247m  -
(Talstation der Luftseilbahn nach Mornera)
Gaggio, 390m - San Bernardo, 609m -
Hängebrücke "Ponte tibetano Carasc", ca. 700m -
Titt, ca. 800m - 
Monti della Costa, ca. 820m - Monti Bassi ca. 750m -
Abstecher zur Baustelle für den Steg 
auf dem südlichen Zugangsweg zur Hängebrücke
Pianello, ca. 650m - San Defendente, 638m -
Sementina, 273m -
Abstecher entlang dem Bachlauf der Sementina
und zur Kirche "Madonna della Valle"
mit Blick von unten zur Hängebrücke sowie zum Wasserfall beim P.410
Monte Carosso / Teleferica, 247m

Heute mit dabei:
Renate & Peter
Helga & Fredy
(Helga & Fredy ohne Brückenüberquerung)

Weitere Bilder im Picasa-Webalbum:
  
"Ponte tibetano Carasc":
Nach der Brückenüberquerung
der Blick von der schattigen Südseite zurück zur sonnigen Nordseite.


Rundwanderroute mit Start und Ziel 
bei der Talstation der Luftseilbahn Monte Carasso - Mornera.
(swisstopo mit map.schweizmobil.ch)

Streckenlänge ca. 13 km; 800 m auf- und abwärts.
Monte Carasso Teleferica, 247m: 
Um 09:45 Uhr beginnen wir die Wanderung in Richtung Gaggio 
hier bei der Talstation der Luftseilbahn Monte Carasso - Mornera. 
Nach anderhalb Stunden, um 11:15, 
erreichen wir die Hängebrücke "Ponte tibetano Carasc" 
und um 14:30 Uhr sind wir zurück hier in Monte Carasso.

Der steile Aufstieg über schöne Tessiner Steinwege, 
auf der nordöstlichen Talseite des Valle di Sementina, 
kann beginnen.

Ganz kurz gehen wir noch im Schatten, 
hier vorbei an der "Chiesa della Santissima Trinita".
Blick über die "Fortini della Fame" 
(Hungerfestung oberhalb des Dorfes Sementina) 
hinüber zum Monte Tamaro.
Die Fortini della Fame (dt. Hungerfestungen) gehören zu einer militärischen Verteidigungslinie aus der Mitte des 19. Jahrhunderts durch die Magadinoebene von Camorino nach Sementina und Monte Carasso, im Schweizer Kanton Tessin. Die beiden Verteidigungslinien entlang der Flüsse Sementina und Morobbia wurden im Auftrag des 1848 gegründeten Bundesstaates Schweiz gebaut. 
Quelle (Wikipedia): http://de.wikipedia.org/wiki/Fortini_della_Fame

Manchmal ist der zügige Nordföhnwind eisig kalt, 
dann wieder überraschend mild.



Die "Chiesa di San Bernard", ein wunderschöner Aussichtspunkt, 
ist unser erstes Zwischenziel.



Peter hilft mir, 
die Wegabzweigung zum Wasserfall an der Sementina (oberhalb P. 410) zu suchen. 
Ich hatte nämlich vorgesehen, zuerst einen Abstecher dorthin zu unternehmen, 
um die Hängebrücke von unten zu betrachten. 
Einen Zugang zu diesem auf der Karte eingezeichneten Weg 
(Richtung Kartenpunkt P.410, unterhalb Selvatico an der Sementina) 
finden wir aber nicht.
Nachträglich habe ich nun einen hikr.org-Bericht 
 über den abenteuerlichen Weg zum 90 Meter hohen Sementina-Wasserfall gefunden:
http://www.hikr.org/tour/post33686.html


Wir sind nicht die einzigen, 
welche an diesem prächtigen Stephanstag-Morgen 
San Bernardo besuchen.
Überhaupt, wir begegnen auf dieser sonnigen Talseite 
zahlreichen Wandernden, Joggern, auch Bikern. 
Die nahe gelegene neue Hängebrücke 
scheint bereits drei Monate vor ihrer offiziellen Eröffnung 
eine grosse Anziehungskraft auszuüben.
Schon am vergangenen Samstag haben wir diese schönen Fresken bewundert.



"Völkerwanderung" in Richtung ......

....... Hängebrücke, 
welche hier durch eine Baumlücke zum Vorschein kommt. 
Vor dem schattigen Hintergrund 
gibt die sonnenbeschienene Stahlseilkonstruktion ein eindrückliches Bild ab.

Der Zugangsweg zur nördlichen Brückenseite ......

..... ist breit und bestens ausgebaut worden.

Vom höchsten Wegpunkt auf rund 800 m.ü.M. 
gehts bis zur Brücke rund 100 Höhenmeter abwärts. 
Beide Widerlager der 270 Meter langen Hängebrücke liegen auf 696.5 m.ü.M., 
die Brückenmitte hat einen Durchhang von 14 Metern 
und ist 130 Meter über dem Sementina-Bachbett.

Auch wir, wie zahlreiche Tessiner, können nicht widerstehen, 
die noch nicht eröffnete Brücke zu überqueren. 
Fredy und Helga gehen hingegen nach San Bernardo zurück, 
von dort hinüber nach Corte di Sotto Curzútt, 
dann hinunter nach Monte Carasso 
und auf dem ursprünglich vorgesehen Weg via die Burg Castelgrande 
zurück zum Bahnhof in Bellinzona.



Die orange Kugel dient vermutlich tieffliegenden Helipiloten als Warnsignal 
vor gefährlichen "Rotor-Seil-Verstrickungen".

Drüben die Siedlung "Titt", 
zu welcher wir anschliessend aufsteigen werden. 
Von dort führt ein Fahrweg zu den Monti della Costa / Monti Bassi.

Für 80 Franken können Private eines der Bodenbretter finanzieren. 
Die Sponsoren haben den Initianten der Brücke "buchstäblich die Bude eingerannt".  
Quelle: SRF-Radiobeitrag / Regional Diagonal / 29.11.14




Blick von der Hängebrücke aus zum Talausgang des Valle di Sementina, 
hinüber zum Valle Morobbia, 
ein nach Süden verlaufendes Seitental der Magadinoebene.

Auch die Sonne hat offensichtlich ihre helle Freude 
an diesem kühnen Tessiner Bauwerk, 
sie strahlt drauflos, was ihr Glutofen her gibt.
Die seitlichen Abspannseile sorgen dafür, 
dass der Brücken-"Inhalt" nicht rausgekippt wird.

Wir kommen heil ......

...... beim schattigen südlichen Widerlager an.
Drüben am nördlichen Widerlager 
zeigen sich volle Zuschauerränge (oder eine Warteschlange).


Der zukünftige südliche Zugangsweg zur Hängebrücke 
ist noch nicht ganz fertiggestellt. 
Weiter vorne fehlt noch ein Steg. 
Wir werden die Baustelle später von oben her aufsuchen.
Der aufgezeichnete Wegverlauf 
in der Umgebung der Sementina-Hängebrücke: 
Gegenwärtig ist die Hängebrücke auf der südlichen Seite nur via "Titt" zugänglich. 
Für den zukünftigen Zugangsweg 
muss vor einer Felssturzwand noch ein Steg erstellt werden.
Den ???-Zugangsweg zum 90m hohen Sementina-Wasserfall 
unten am Sementina-Bergbach (oberhalb von P.410) 
haben wir nicht gefunden.
Gemäss einem hikr.org-Bericht ist jener Weg zudem kritisch / exponiert.
Zoomblick hinauf nach Mornera 
(Bergstation-Standort der Luftseilbahn Monte Carasso - Mornera).

Wir verlassen die Brücken-Umgebung .....

..... und steigen im steilen Zick-Zack, 
aber auf sicherem Weg und problemlos 
rund 100 Höhenmeter zur Siedlung "Titt" hoch.

Einige Wanderer überqueren die Brücke zwar, 
gehen aber anschliessend wieder zurück auf die Sonnenseite.

Bellinzona

Die Drahtgitter-umzäunte Siedlung "Titt".

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Eine von zahlreichen ehemaligen Maiensässen (hier Monti Bassi), welche zu Ferienhäusern umgebaut worden sind.

Hier entsteht der südliche Zugangsweg zur Hängebrücke.

Peter und ich gehen bis zur Stelle, .....

...... wo über einer Felssturzschneise noch ein Steg gebaut wird.


Mittagsrast auf der Waldlichtung bei Pianello .....

...... mit Blick auf die Magadinoebene.

Beim Wegpunkt "San Defendente, 638m" schlagen wir die Richtung zurück nach Sementina / Monte Carasso ein.

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Die Geschwister S. (geknipst von Peter)


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Auch eine Art "Hängebrücke", 
hier über den Ticino-Flusslauf, für Fussgänger (und Biker) .

Kirche mit Friedhof unten auf dem Talboden in Sementina.



Das Trasse der NEAT-Bahnlinie 
mit der Einfahrt in den Ceneri-Basistunnel.

Die Kamelien sorgen bereits an Weihnachten für Frühlingsstimmung.


Chiesa della Santissima Trinita

Sementina, 273m
Wir machen noch einen Abstecher dem Sementina-Flusslauf entlang .....

....... vorbei an der Chiesa Madonna della Valle ......

....... für einen Blick von unten 
auf Wasserfall und Hängebrücke.
Dies ist kein Kratzer im Bild, sondern die "Ponte tibetano Carasc", 
nun verlassen von den Sonnenstrahlen und bereits im Abendschatten.

Auch hier, wie zuvor oben beidseits der Hängebrücke, 
treffen wir wieder auf ein solches Warnplakat.


Im Flussbett der Sementina ......

...... liegen geschliffene Steine mit wundervoller Maserung.



Wir verlassen das Valle di Sementina
und auch den Bergbach und das Dorf namens Sementina ......

....... und kehren zurück ins angrenzende Monte Carasso zur kleinen Seilbahn, 
welche wir heute nicht benutzt haben.

Allen herzlichen Dank
für die Begleitung.
Beat
(und speziell an Helga & Fredy 
für das Verständnis zur kurzfristigen Routenänderung)

Zurückliegende Wanderungen beidseits des Valle di Sementina:
- 21.01.12 / Am Sonnenhang über Bellinzona (Monte Carasso / Mornera) 
- 22.09.12 / Zweitausend Meter über Bellinzona: Mornera - Cap. Albagno - Gaggio  
- 18.04.14 / Monti della Costa / Monti di Boscaloro: Hoch über der Magadinoebene  
- 22.10.14 / Bellinzona - Rebenpfad Gudo - Giubiasco 
- 21.12.14 / Ins Valle di Sementina zur neuen Hängebrücke "Ponte tibetano Carasc"

INFOS zur neuen Hängebrücke "Ponte tibetano Carasc":
- curzutt.ch: Tibetische Brücke
- curzutt.ch: Prospekt mit Bauprojekt 
- Tessiner Zeitung / 19.09.14: Über die Schlucht gespannt 
- tio.ch (Fotoserie von Ticinonline): Ponte tibetano Carasc

Kommentare:

  1. Tolle Brücke, da möchte ich dann auch mal rüber... Gruss und bis bald wieder mal, Martha

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  2. Super,werde diese Brücke im Frühjahr überqueren! Armin Broger

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  3. Ein großes Kompliment für diesen tollen Bericht!

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  4. Wenn Dich das "obere Ende" des Wasserfalles interessiert: es ist relativ einfach. Beim Wasserreservoir "Lorio" beginnt der Wanderweg nach San Bernardo (Treppe am Parkplatz). Nach 5 Minuten kommst Du zu einem umgebauten Stall, da geht links ein kleiner Weg ab (Wenn Du bei der gelben Kapelle am Bach bist, bist Du zu weit). Du kannst nichts falsch machen, gut auf den Weg achten und alle Verbotstafeln ignorieren, etwas auf und ab, dann horizontal auf der Wasserleitung.
    Am oberen Ende der Treppe ist rechts ein Gartentor. Komm einfach herein, wenn wir da sind, erkläre ich es Dir gerne genauer bei einem Kaffee oder so....
    Gruss Bobi

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